Fanclubstimmen zu  Hansi Flick vs. Hasan Salihamidžić

Interview mit unseren Präsi Markus Mayer

Der offen ausgetragene Konflikt zwischen Trainer Hansi Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic hat in den vergangenen Wochen das sportliche Geschehen überschattet. Was sagen die Fans dazu? Könnte es im Titelkampf noch einmal eng werden? Skysport.de hat mit Vertretern zweier Fanclubs gesprochen, hier die Stimme von Markus Mayer
1. Vorstand beim etwa 2200 Mitglieder zählenden FC Bayern Fanclub „de rodn Waginga“ aus Waging am See.

 

skysport.de: Wie ist Ihre Meinung, dass einer der erfolgreichsten Trainer der Vereinsgeschichte nach nur 18 Monaten über einen Abschied nachdenkt. Wie konnte es aus Fan-Sicht so weit kommen?

Markus Mayer: Mich wundert das auch sehr stark. Am Anfang dachte ich, dass das Thema von den Medien hochgepusht wird. Und jeder weiß aus der eigenen Arbeit, dass es mal Konflikte oder Unstimmigkeiten gibt. Aber das es bei Flick und Salihamidzic so schlimm wird und nicht mehr nachlässt, hat mich sehr überrascht und erschrocken. Vor allem, weil man das vom FC Bayern gar nicht gewohnt ist.

Mayer: Nein, glaube ich nicht. Einfach, weil der Hunger immer noch da ist. Sie wollen die Saison noch retten und den Titel, der noch möglich ist, einfahren. Wenn uns das Verletzungspech nicht mehr so beutelt, sollte das auch funktionieren. Da habe ich eher weniger Angst. Außer wir bekommen durch Coronafälle noch einige Ausfälle, da weiß man einfach nicht, wie es laufen wird. Dieses Jahr ist wie eine Wunderkiste.


Skysport.de: Hat es Sie überrascht, dass Flick selbst erstmals über den Bundestrainer-Job geredet hat?

Mayer: Nein, das hat mich nicht überrascht. Er war ja schon einmal beim DFB beschäftigt und vielleicht hat er schon damals damit geliebäugelt, den Posten irgendwann zu übernehmen. Die Querelen zwischen Flick und Salihamidzic halten ja schon länger an und dann macht man sich Gedanken: Was wäre, wenn? Und dann werden die Gedanken vielleicht konkreter.

 

Skysport,de: In unserer Umfrage haben auf die Frage, ob Flick oder Salihamidzic wichtiger für den Verein sind, 96 Prozent pro Flick gewählt. Wer ist für Sie wichtiger?

Mayer: Ich denke, Flick ist wichtiger, weil er eine Galionsfigur ist mit dem, was er erreicht hat. Zudem steht Salihamidzic mit seiner Transferpolitik in der Kritik. Auch seine Interviews werden manchmal belächelt, weil er sich nicht richtig artikulieren kann. Aber am Ende wird der Vorstand entscheiden, wer wichtiger für den Verein ist.


Skysport.de: Das Stadion ist für Fans ja nicht nur ein Ort, um Stimmung zu machen, sondern auch um Meinungen kundzutun. Eine hypothetische Frage: Wäre mit Fans im Stadion diese verzwickte Situation gar nicht erst entstanden?

Mayer: Ich denke nicht. Solche Situationen entstehen im Präsidium oder im Verein selbst, wenn keine Fans anwesend sind. Ich glaube nicht, dass das einen Einfluss gehabt hätte.

 

Skysport.de: Auch Niko Kovac hat kritisiert, dass man als FCB-Trainer kein Mitspracherecht bei der Kaderplanung hat. Muss sich bei den Bayern etwas Grundlegendes ändern, damit Trainer in München auch wieder länger bleiben als nur 18 Monate?

Mayer: Eventuell. Aber als Fan ist es schwierig, über so etwas zu urteilen, weil man das Tagesgeschäft nicht kennt oder nicht weiß, was sich hinter den Kulissen oder am Trainingsplatz abspielt.

 

Skysport.de: Lothar Matthäus hat erzählt, dass es zwischen Bayern und Julian Nagelsmann schon Gespräche gegeben haben soll. Nagelsmann selbst hat das dementiert. Wäre er der passende Nachfolger? Oder hätten Sie einen anderen Trainer im Sinn?

Mayer: Ich mag die Arbeit von Julian Nagelsmann und finde ihn sehr sympathisch. Ich denke auch, dass er eine gute Philosophie hätte. Es wird sich erst rausstellen, ob so ein junger Trainer, der noch viel lernen muss, mit so einer Weltmannschaft klarkommt. Aber warum nicht? Ich würde es probieren. Aber mein Favorit wäre immer noch Jürgen Klopp, aber ob der zu haben ist, ist die andere Frage. Entscheidend ist für mich, dass es ein deutschsprachiger Trainer wird. Wir haben so viele Trainer gehabt, die der deutschen Sprache nicht so mächtig waren und die wie Ancelotti die Mentalität nicht gehabt haben. Letztlich waren es immer die deutschsprachigen Trainer, mit denen wir den meisten Erfolg hatten.

Quelle Sky Sport